Aktuelle Wolfsnachweise im Landkreis Zwickau

Zwickau/Sachsen.
Drei Fotos zeigen einen Wolf, der durch den Wald streift.
Die Bilder stammen aus der automatischen Wildkamera eines Jägers, die Mitte Februar 2020 im Bereich der Stadt Crimmitschau im Landkreis Zwickau entstanden sind.

Anhand der zur Bewertung vorgelegten Bilder und einer eingeholten Expertise beauftragter Institutionen könne bestätigt werden, dass es sich bei dem abgebildeten Tier um einen Wolf handelt, teilte die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) heute in Dresden mit.
Vermutlich handelt es sich um einen Jährling.
Das Geschlecht konnte anhand der Fotos nicht bestimmt werden.

Diese Fotos sind nicht die einzigen Nachweise eines Wolfes aus dem Raum Crimmitschau.
Die nachträgliche Untersuchung einer Speichelprobe von gerissenen Schafen, die im Rahmen einer Begutachtung durch die Fachstelle Wolf in der Gemeinde Neukirchen Anfang Dezember 2019 genommen worden war, habe die bereits vor Ort getroffene Annahme bestätigt, dass der Wolf mit hinreichender Sicherheit als Verursacher des Schadens in Frage kommt.

Aktuell ist noch unklar, ob es sich bei den oben genannten Nachweisen um ein und denselben Wolf handelt.
Auch kann im Moment nicht gesagt werden, ob sich das Tier nur kurzfristig in der Region aufhält oder dort sesshaft geworden ist.
Diese Fragen sollen mit Hilfe des sächsischen Wolfsmonitorings in den nächsten Monaten geklärt werden.
Dazu kann auch die Bevölkerung einen wertvollen Beitrag leisten: Wer einen Wolf sichtet oder Spuren entdeckt, soll das bitte zeitnah bei der Fachstelle melden.

Da in allen Teilen Sachsens jederzeit mit der Anwesenheit eines Wolfes gerechnet werden kann, sollten Halter von Schafen und Ziegen für den Schutz ihrer Tiere Vorkehrungen treffen.
Einen guten Schutz bieten Elektrozäune, welche für Schaf- und Ziegenhalter vom Freistaat Sachsen gefördert werden.
Seit Anfang 2019 liegt der Fördersatz bei 100 Prozent der förderfähigen Kosten. Alternativ können die Tiere über Nacht auch eingestallt werden.
Festzäune aus Maschendraht, Knotengeflecht oder ähnlichem Material werden seitens des Wolfsmanagements nicht empfohlen.
Sie stellen eine rein physische Barriere dar und verfügen über keine aktive, abschreckende Wirkung.
Erfahrungsgemäß können sie von Wölfen leicht untergraben oder übersprungen bzw. überklettert werden.

Tierhalter, die Fragen zum Herdenschutz bzw. zur Förderung von präventiven Schutzmaßnahmen haben, können sich jederzeit an den Herdenschutzbeauftragten Ulrich Klausnitzer wenden: 0151 – 5055 1465

Für die Meldung von Nutztierrissen, sowie toten, verletzten oder auffälligen Wölfen in Sachsen steht rund um die Uhr eine kostenlose Hotline zur Verfügung: 0800 555 0 666

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!