Sächsischer Landesschülerrat hält Kürzung der Sommerferien für keine gute Idee

Der Präsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Schäuble, hat mit seinen Äußerungen die Diskussion zu den Sommerferien 2020 erneut angestoßen. Der Bundestagspräsident spricht sich hierbei für eine Kürzung der Sommerferien aus.

Der LandesSchülerRat Sachsen sieht eine Kürzung der Ferien skeptisch. Ferien sind als Erholungs- und Regenerationszeiten gedacht, dieser Aspekte sollte nicht vergessen werden. Landesschülersprecherin Joanna KESICKA: „Die Wochen des Selbststudiums in Corona-Zeiten waren für alle Beteiligten anstrengend, auch die kommenden Wochen finden für viele Schülerinnen und Schüler nicht im normalen Schulbetrieb statt. Wir wollen klar sagen: Wir haben seit Mitte März Selbststudium, keinen Erholungsurlaub. Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich Inhalte, lösen Übungsaufgaben, verfassen Hausarbeiten. Schülerinnen und Schüler haben sich Ferien genauso verdient wie die Arbeitnehmer im Homeoffice ihren Urlaub.“

Natürlich werden die diesjährigen Sommerferien anders verbracht als 2019, vor allem, weil Urlaubsreisen nur eingeschränkt möglich sein dürften. „Auch 2020 sind die Sommerferien die Gelegenheit für Hobbys, Bewegung, Entspannung, im Rahmen dessen, was rechtlich möglich ist. Diese Zeit nach wochenlanger Quarantäne zu verkürzen, um den Unterricht, dessen Durchführung mit Blick auf den Infektionsschutz auch nicht einfach ist, zu verlängern, ist keine gute Idee“, so KESICKA weiter.

„Auch uns sind die Probleme bewusst, die durch das Corona-Selbststudium entstanden sind. Dass Inhalte nachzuholen und zu festigen sind, steht außer Frage. Wir bezweifeln jedoch, dass einige Wochen verpflichtenden Unterrichts im Hochsommer bei 30° und wärmer die Lösung für alle sind.“, argumentiert die Landesschülersprecherin.

Der LandesSchülerRat Sachsen schlägt Alternativen vor: „Lehrkräfte aller Fächer sollten freiwillige Übungsaufgaben mit Lösungsvorschlägen für die Ferien verteilen“, so Joanna KESICKA. Darüber hinaus hält der LSR eine freiwillige Teilnahme an einem verkürzten Sommerunterricht in den ersten beiden Ferienwochen für sinnvoll – wahlweise in der Schule oder Online. „Auch muss kritisch überprüft werden, welche Themen – gerade in den Nebenfächern – zwingend behandelt werden müssen, oder ob in dieser Sondersituation nicht auch die Stoffdichte verringert werden kann, insbesondere bei den Prüfungsjahrgängen 2021 und 2022.“, so KESICKA abschließend.

Dennoch ist zu betonen, dass Lehrerinnen und Lehrer die Wiederholung und Evaluation von in der Quarantäne erlernten Unterrichtseinheiten in Betracht ziehen müssen, wenn die Schultore schrittweise wieder öffnen.

 

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